Rückblick: XConf Hamburg 2015

Gestern war ich mit einem Kollegen auf der XConf. Die XConf ist eine Konferenz von ThoughtWorks. Es ist deutlich mehr als eine Verkaufsveranstaltung. Die Themenauswahl und die Erfahrungsberichte machen es interessant: Womit beschäftigt sich die Branche, was sind die aktuellen Technologien, Vorgehensmodelle und Anwendungsfälle?

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Die Entscheidung für den Kongress fiel leicht: Die Themen klangen spannend und der Ort war dieses Jahr das Betahaus; wir konnten also vom Büro aus mit dem Fahrstuhl zur Veranstaltung fahren. Es gab zwei Tracks, mit insgesamt zehn Vorträgen, dazu eine Keynote und ein OpenSpace. Gefühlt waren es vielleicht 80 Teilnehmer. Die Stimmung war locker und entspannt, die anderen Teilnehmer diskussionsfreudig und kommunikativ, die Vorträge durchweg gut und das Catering lecker.

Das waren meine Highlights:

1. Keynote: You can’t be agile when you are knee deep in mud – Rachel Laycock: In ihrer einstündigen kurzweiligen Präsentation sprach sie mir aus der Seele: Scrum alleine hilft nicht. Um fortlaufend schnell Erweiterungen und Änderungen an der Software ausliefern zu können (Continuous Delivery) muss die Software nicht nur eine gute Architektur aufweisen, sondern das Team auch viele der Extreme Programming (XP)-Praktiken anwenden und beherrschen, z.B. Continuous Integration, Test-Driven-Development, Refactorings. Und das machen wir bei cronn.

2. Building Microservices in the cloud – Christian Deger & Wolf Schlegel (autoscout24.de): Ein Erfahrungsbericht aus einem Projekt, bei dem ein Monolith parallel zum Betrieb in Microservices zerteilt wurde. Mit Hilfe von Consumer-Driven Contracts (CDC) ist es ihnen gelungen, die Teams noch weiter zu entkoppeln, auf Testumgebungen wie QA und Stage zu verzichten und die Services erst in der Produktion zu integrieren. Darüber werde ich nachdenken. Das kann – nach Risikoabwägung – die Komplexität deutlich verringern und die Entwicklung beschleunigen.

3. Tech Lead skills for developers – Patrick Kua: Er eröffnet seinen Vortrag mit einer Anregung: Wie kann man als Tech Lead erkennen, das man gut ist? Und fährt fort: Man braucht nur eine Frage zu beantworten: Sieht der Code aus, als ob er von einem Entwickler geschrieben wurde?

Ein weiteres wichtiges Thema war die Sicherheit: Worauf muss man achten, um die Kette vom Entwicklungsrechner bis in die Produktion sicher zu gestalten?

Ich kann die XConf empfehlen. Sie ersetzt keinen der etablierten Java Kongresse, aber sie hat ein großartiges Preis-Leistungsverhältnis und bietet Informationen auf hohem Niveau. Die Kontaktmöglichkeiten sind optimal, um die Themen mit anderen Teilnehmern oder den Sprechern zu vertiefen.

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